Wer als Technologie-Anbieter erfolgreich sein will, muss sich schnell den Gegebenheiten des Marktes anpassen, sonst droht man schnell, den Anschluss und damit wichtige Marktanteile zu verlieren.

Unlängst hat Microsoft bekannt gegeben, dass der Internet Explorer nun nach 20 Jahren eingestellt wird. Andere Anbieter, wie Mozilla Firefox und Google Chrome, sind schnell auf den (nach dem gewonnenen Kampf gegen Netscape) zunächst von Microsoft dominierten Markt vorgedrungen und haben bessere Produkte angeboten, die unter anderem mehr Funktionen boten und eine höhere Sicherheit beim Surfen gewährleisteten. Die Marktanteile vom Internet Explorer sanken immer weiter, sodass die Einstellung nun nur konsequent erscheint.

Auch auf dem Markt der Smart Home Produkte sind ähnliche Entwicklungen festzustellen. Das „Connected Home“ befindet sich laut Gartner’s „Hype Cycle for Emerging Technologies“ gerade in der Phase des „Innovation Trigger“. Das heißt, der Markt befindet sich in einer extrem starken Wachstumsphase, steht direkt vor seinem Durchbruch und erhält erhebliches Interesse, vorrangig noch von Fachpublikum.

Einige Produkte auf dem Markt haben dabei schon den „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ erreicht und sind durch Kinderkrankheiten am Markt gescheitert. Dies möchten wir am Beispiel der IP-Video Türsprechanlagen verdeutlichen. Mittels dieser Videotürklingeln ist es möglich, von unterwegs, sprich jedem Ort der Welt, an dem das Smartphone Internetzugang hat, zu sehen, wer gerade an der Tür steht und klingelt. Man kann Anweisungen geben, wie z. B. ein Paket beim Nachbarn abzugeben oder auch die Tür aus der Ferne öffnen.

Bereits 2014 kamen mit Doorbot und Skybell zwei amerikanische Produkte auf den Markt. Diese enthielten jedoch noch viele Kinderkrankheiten. So wurde die Produktion von Doorbot zwischenzeitlich eingestellt und vom Hersteller durch das Nachfolgeprodukt Ring ersetzt. Skybell wurde ohne Namensänderung in einer neuen Version heraus gebracht. Aber auch diese zweite Generation litt wieder unter den alten Mängeln: lange Latenzzeiten und in der Regel ein unbrauchbares Bild. Darüber hinaus sind diese Videotürklingeln ausschließlich über WLAN ins heimische Netz zu bringen. Und dies mit zum Teil mit älteren, wenig performanten Standards für den WLAN-Betrieb. Darüber hinaus wird Skybell ausschließlich über eine Batterie mit Strom versorgt, ebenso Ring. Letzteres Produkt kann aber zusätzlich an eine Stromzuführung angeschlossen werden. Aber beide Produkte werden, um überhaupt eine relevante Laufzeit zu erreichen in einen Tiefschlafmodus versetzt, der folgende zwei Effekte mit sich bringt:

  1. Eine Aufwachphase, die verbunden mit anderen offensichtlich vorhandenen Problemen dazu führt, dass zwischen Betätigung des Klingelknopfes und einer eingehenden Meldung auf den Smartphone mehrere Sekunden vergehen können. Im Zweifel ist Paketdienst schon frustriert weggegangen, bevor man ein Gespräch starten kann.
  2. Da die IP-Adresse der Videotürklingel bei beiden Produkten per DHCP zugeteilt wird, kommt es durchaus nicht selten vor, dass beim Aufwachen, diese IP-Adresse nicht mehr da ist. Bis hier wieder eine Adresse zugeteilt wird, vergeht weitere wertvolle Zeit.

Ein noch relativ junger Player auf dem Markt ist Doorbird, der aus den Fehlern der ersten Marktteilnehmer gelernt hat. Doorbird unterstützt den WLAN n“-Standard und bietet zusätzlich die Möglichkeit des direkten Anschlusses über Ethernet. Letzterer bietet außerdem die Möglichkeit der Stromversorgung mitteles PoE, also Power over Ethnernet, ergo weniger Kabel und weniger Installationsaufwand. Und man umgeht die Aufwachphase bei einer WLAN-Verbindung. So vergehen zwischen dem Betätigen des Klingelknopfes und der eingehenden Meldung auf dem Smartphone maximal 1 bis 1,5 Sekunden.

Der aber wirklich wesentlichste Punkt ergibt sich aus der benötigten Datenrate für eine Bild- und Tonübertragung in vernünftiger Qualität. Ein Blick die auf der Doorbird-Internetseite vergleichende Darstellung zeigt, dass alle Konkurrenzprodukte eine Upload-Geschwindigkeit von 1-1,5 MBit /Sekunde benötigen. Bei Doorbird reichen knapp 0,4 MBit /Sekunde um eine stabile und hochwertige Darstellung zu erreichen. Das heißt in der Praxis, dass ein 16 MBit Anschluss, der im Download bis zu 16 MBit und im Upload bis 1 MBit außer bei Doorbird nicht ausreicht. Denn insbesondere bei Nutzung von WLAN gehen von der nur unter Idealbedingungen erreichbaren Datenrate von 1 MBit noch ca. 15 Prozent Overhead ab.

Hier wird klar, unter welchen Bedingungen überhaupt eine Nutzung von Ring oder Skybell möglich ist:

  1. Breitbandiger Anschluss ans Internet mit mindestens 25 MBit VDSL oder ans Kabel.
  2. Hochperformantes, ungestörtes WLAN. In Innenstädten häufig im Außenbereich nicht umsetzbar, da bereits viele WLANs existieren und überlappen.

Doorbird hat dabei, wie einst Mozilla Firefox oder Google Chrome, die Anforderungen des Marktes verstanden und versucht sich nun gegen die eigentlichen Platzhirsche wie Skybell und Ring durchzusetzen. Dabei wird die langjährige Erfahrung des Gesellschafters, der Firma 1000 Eyes, auf dem Gebiet der professionellen Videoüberwachung sicherlich behilflich sein. Wir sind gespannt, wie sich der Markt der Videotürklingeln weiter entwickeln wird und werden ihn mithilfe unserer Monitoring- und Semantik-Tools weiterhin im Auge behalten sowie darüber berichten.

(Bildquelle: Screenshot Gartner)

Daniela Kloth

Sie organisiert nicht nur unsere Firmenfeiern, als Head of Marketing verfügt Daniela über ein umfangreiches Know-how im Onlinemarketing. Im Blog wird Dani ihr Expertenwissen mit uns teilen und nimmt uns mit hinter die Kulissen bei semcona.

mehr erfahren ...

Das könnte auch interessant sein...