Strukturierte Daten sind das Lachgas für die organische Sichtbarkeit. Es geht auch ohne, aber mit wird es richtig spannend. Wir verraten euch, was es mit schema.org und JSON LD auf sich hat und wie ihr eure Inhalte nach den Google Richtlinien strukturiert.

Was sind strukturierte Daten?

Strukturierte Daten sind bestimmte Inhalte oder Inhaltsbereiche einer Website, die eine besondere Kennzeichnung erhalten. Grundlage hierfür sind die Regeln von schema.org, nach denen Google arbeitet. Die Auszeichnung wird vom Redakteur einer Website vorgenommen und im HTML-Quellcode hinterlegt. Die derzeit am weitesten verbreitete und von Google bevorzugte Art der technischen Auszeichnung erfolgt via JSON-LD.

Welche Daten können ausgezeichnet werden?

Google akzeptiert derzeit 9 Datentypen für die Auszeichnung nach schema.org:

  • Artikel
  • Veranstaltungen
  • Lokale Unternehmen
  • Restaurants
  • Produkte
  • Softwareprogramme
  • Filme
  • TV-Folgen
  • Bücher

Darüber hinaus lassen sich beispielsweise Rezepte oder auch Personen sehr gut taggen.

Das klingt im ersten Moment etwas kryptisch, schauen wir doch einfach tiefer rein.

Datentyp Restaurants, was verbirgt sich dahinter?

Im Sinne eines optimalen Nutzerverständnisses, denn darum geht es auch bei den strukturierten Daten, versucht Google, alle für den Nutzer wichtigen Informationen zu erfassen. Wenn ihr ein Restaurant besuchen wollt, wonach orientiert ihr euch da bei einer Google Suche? Was ist für euch wichtig? …. Kurz nach gedacht …. Richtig, das sind meist folgende Infos, wie

  • der Name des Restaurants
  • die Adresse des Lokals
  • verschiedene Kontaktmöglichkeiten wie eine Telefonnummer
  • die Öffnungszeiten
  • welche Küche serviert wird
  • oder auch, wie andere Besucher die Speisen, den Service und die Leistung bewerten.

All diese Informationen sind im besten Fall auf der Website vorhanden und können nun entweder via Google Data Highlighter oder mit etwas Programmierkenntnis selbst getagged werden. Nutzt du beispielsweise das CMS WordPress, kannst du dich aus einer Vielzahl an bereits fertigen Plugins bedienen, die einfach in der Handhabung sind und meist schon alle erforderlichen Felder und Markierungen mitbringen.

Warum sind strukturierte Daten so wichtig?

Wer heute noch aus dem Bauch heraus Online Content produziert, wird oft nicht viel Freude daran haben. Denn aus der Hüfte geschossen lassen sich Inhalte bei Google organisch nur noch selten ganz vorn platzieren. Es geht bei Content um Nutzererwartungen, um Relevanz und um Holismus.

Kurz gesagt braucht jeder Text, ganz gleich ob Blogpost, Produktseite oder Pressemitteilung, eine vorherige Datenanalyse. Dabei müsst ihr identifizieren, wie Google diesen Inhalt verstehen und interpretieren wird und alles daran setzen, es dem Google Bot so einfach und klar wie möglich zu machen. Auch wenn Google Kontext und Semantik beherrscht und versteht, wäre es infam zu glauben, dass damit alles abgefrühstückt ist. Im Gegenteil, auch die Maschine braucht Hinweise, um Inhalte richtig einordnen zu können. Und das macht ihr genau mit strukturierten Daten. Helft der Suchmaschine, euren Content so exakt wie möglich zu bewerten und zu verstehen und damit auch bestmöglich in den SERPs zu platzieren.

Strukturierte Daten und Google Discover …. da war ja noch was

Möglicherweise habt ihr im Dezember/Januar ungewöhnliche Bewegungen in der Google Search Console festgestellt?

Google Discover - strukturierte Daten - Highlight Januar 2020

Der größte Ausschlag am 03. Januar 2020 bezieht sich auf einen einzigen Artikel, der an diesem Tag 7.000 Impressionen und 700 Klicks generierte. Eine CTR von 10% ist mit Sicherheit nicht unbedingt gewöhnlich zu nennen. Dieser Artikel unseres Kunden Family App war … Trommelwirbel … ein Rezepthttps://familyapp.com/jagerschnitzel-recipe-the-ultimate-german-comfort-food/

Und genau dieses Rezept wurde von Google auf Google Discover platziert. Kurz vorher haben wir den Rezepte-Bereich installiert und mit strukturierten Daten versehen. Eine zeitliche und technische Korrelation ist somit eindeutig.

Einen ähnlichen Effekt haben wir bei einem anderen Kunden beobachtet, hier alles im Segment News bzw. „Artikel“.

Google Discover - strukturierte Daten - Highlight Dezember 2019

Auch hier konnte ein Blogbeitrag durch die Platzierung bei Google Discover am 25.12.2019 374 Impressionen und 74 Klicks generieren, was einer Click-Through-Rate von 19,8% entspricht, ein enormer Wert!

Je klarer also die Kennzeichnung der Informationen, desto größer sind die Chancen, dass Google diese Inhalte nicht nur in den normalen Suchergebnissen besser bewertet, sondern auch in Google Discover, ehemals Google News, aufnimmt.

Wenn das passiert, dann kommt bei einem SEO richtig Freude auf.

Strukturierte Daten – selber machen oder selber machen lassen – 3 WordPress Plugins

Getreu dem Songtitel von Deichkind „Selber machen lassen“ musst du dich als Redakteur nicht mit dem Quellcode und dem JSON-Format beschäftigen, sondern kannst dich einiger Hilfsmittel bedienen. WordPress habe ich vorhin schon erwähnt, hier sind drei Plugins, die für strukturierte Daten recht gut funktionieren (ohne Gewähr, versteht sich!):

  1. https://de.wordpress.org/plugins/schema-app-structured-data-for-schemaorg/
  2. https://wordpress.org/plugins/structured-content/
  3. https://wordpress.org/plugins/schema-and-structured-data-for-wp/

Wer nun denkt, damit erschlägt man alles und jeden und damit ist alles schick – weit gefehlt. Wir haben an jedem Plugin was auszusetzen, sind aber zugegeben auch immer recht kritisch. Aus unserer Sicht ist keines der drei die „Eierlegende Wollmilchsau“. Einige Funktionen gibt es nur in der Pro-Version oder manchmal auch gar nicht. Aber was genau ihr benötigt und welche Funktionen für euren konkreten Anwendungsfall überflüssig sind, dass müsst ihr schon selbst entdecken.

Für spezielle Szenarien oder Datentypen entwickeln dann auch eigenständige Lösungen.

Strukturierte Daten testen – Testtool von Google

Habt ihr nun alles eingestellt, wollt ihr natürlich auch sofort wissen, ob ihr alles richtig gemacht habt. Dazu gibt es auch eine Anzahl Testtools, oh Wunder, natürlich von Google:

Nun habt ihr alles, was ihr braucht, um eure Inhalte besser zu strukturieren. Wenn nicht, dann lasst es mich in den Kommentaren gern wissen!

Jan Pötzscher

Jan leitet und verantwortet als Chief Marketing Officer den Außenauftritt von semcona und ist zudem verantwortlich für alle Kundenprojekte. Als erfahrener Blogger und SEO Experte bringt er sich auch fachlich in interne und externe Projekte mit ein.

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