Gemeinsame Sprache im Web 3.0

Nach dem Social Web (Web 2.0) und Mobile Web (Web 2.5) folgt nun das semantische Web oder auch Web 3.0. Kurz gesagt steht das Web 3.0 für das gemeinsame Verständnis der Daten von Menschen und Maschinen.

Die Datenmengen nehmen im Internet durch die kollektive Intelligenz zu. Big Data ist gelebte Realität. Allerdings können wir Menschen die enormen Daten nicht verwerten. Wir brauchen Maschinen dazu und diese müssen wir befähigen.

Wir sind uns oft nicht bewusst, wie wir Daten und Informationen wahrnehmen und diese verarbeiten. So können wir mit einer reinen Zahlen-Buchstaben-Kombination wie z. B. Air Force 1 07 Trainers oder 3070-DFF7J nichts anfangen. Erst durch weitere Informationen verknüpfen wir damit einen Laufschuh von Nike oder einen PC von Dell. Ähnlich verhält es sich bei Maschinen. Um unsere Daten zu verstehen, benötigen sie Metadaten. Im semantischen Web braucht es dazu Methoden der automatischen Informationsverarbeitung. Dazu gehört zum Beispiel die Frage: Welche Daten und Informationen sind für den aktuellen Prozess wichtig? Das hilft dem Nutzer beim Shoppen im Internet oder einer Software, um die Ressourcenplanung für die nächste Produktionslinie vorzunehmen.

Die Herausforderung im Semantic Web ist das Finden einer gemeinsamen Technologie, um die Daten für Mensch und Maschine verständlich zu machen. Aktuell befinden wir uns in der Forschung und Entwicklung der künstlichen Intelligenz. In einigen Bereichen wird diese schon eingesetzt.

Welche Bedeutung hat das Web 3.0 für uns im Alltag?

Für den Bereich Shopping bedeutet das semantische Web, dass die Konsumgüter zu uns kommen. Wir müssen nicht mehr danach suchen. Durch soziale Medien und unser Kaufverhalten sind Informationen zu demografischen Daten, Vorlieben und Bedürfnissen über uns gespeichert. Aus diesen digitalen Daten können Händler ihr Sortiment und Angebote ausrichten. Für Zeitschriften, Artikel und Werbung dienen diese gewonnenen Informationen ebenfalls, um zielgruppenspezifisch die Bedürfnisse zu befriedigen.

Wir erhalten im semantischen Netz also nur noch relevante Informationen, die zu uns passen. Damit ändern sich die Möglichkeiten der 4Ps besonders im Online-Marketing. Voraussetzung, damit dieses System der Datengewinnung vollends funktioniert, ist die Vernetzung vieler Endgeräte. Das bedeutet ständiges Onlinesein oder die Freigabe der GPS Daten.

Besonders für die Barrierefreiheit ist das semantische Web von Vorteil. An vielen Stellen sehen wir, wie Maschine Learning z. B. in Form der Spracherkennung immer bessere Fortschritte macht. Zum Web 3.0 gehört ebenfalls die Integration von VR und 3D Grafiken.

Ziele des semantischen Webs

  • Neutralität des Netzzuganges
  • Transparenz
  • Fairness
  • Sicherheit
  • Dweb – dezentrales Web
  • Autonomie der Nutzer

Negative Folgen des Semantic Web

Demgegenüber stehen die Schattenseiten. Bots dienen besonders bei (Social Media) Wahlkämpfen dazu, Meinungen zu beeinflussen. Der Nutzer kann nicht mehr unterscheiden, was echt ist oder fake.

Unternehmen wie Google, Amazon und Facebook genießen Marktführerschaft. Viele sind abhängig von diesen Diensten. Unsere Daten können manipuliert und weitergegeben werden. Auch Fake News lassen sich gut streuen. Zudem liegen die Informationen nur auf wenigen Servern.

Befinden wir uns im Web 3.0?

Da die Technologie und unsere Visionen nie stillstehen, befinden wir uns noch nicht im Web 3.0, sondern auf dem Weg dahin. Erreichen wir das Web 3.0 mit all seinen derzeitigen Vorstellungen davon, würden wir uns mit hoher Wahrscheinlichkeit schon auf dem Weg zum Web 4.0 begeben.

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