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Die Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel und die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren nicht nur im privaten Bereich stark an Bedeutung gewonnen.

Deutschland – Land der Dichter und Denker, wie es im Volksmund immer so schön heißt. Mit Denken und Entwicklungen gehen eindeutig Innovationen einher, denen wir Deutschen laut des unlängst veröffentlichten Trust Barometers von edelman allerdings immer noch mit Skepsis und Ängsten begegnen.

Demnach sind 57 Prozent der Befragten der Meinung, die Geschwindigkeit, mit der neue Technik und Anwendungen auf den Markt kommen, sei zu hoch. Wir Deutschen folgen damit jedoch dem globalen Trend.

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung findet vieles nicht vertrauenswürdig, was die Zukunft erfolgreich machen soll. Nur 30 Prozent vertrauen zum Beispiel dem Cloud Computing (weltweit 55 Prozent), nur 33 Prozent mobilen Gesundheits- und Fitnessmessern (weltweit 59 Prozent). Auch Mobile Payment wird nur wenig Vertrauen geschenkt, nur 48 Prozent haben Vertrauen in Verfahren und Anwendungen, weltweit sind dies immerhin 69 Prozent.

Bereits jetzt schon erfasst die Digitalisierung alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Mit internetfähigen mobilen Geräten können wir jederzeit weltweit und in Echtzeit Informationen abrufen und mit anderen Menschen in Kontakt treten. Die Digitalisierung verändert zusehends rasanter wie wir leben und arbeiten, wie wir kommunizieren oder auch unsere Freizeit gestalten.

Digitalisierung als neue Ära der Aufklärung

Jahrhundertelang wurden Wissen und Wissenschaft als bedrohlich empfunden. Die Menschen sollten glauben und nicht wissen. Mit der Digitalisierung haben wir demnach auch ein neues Zeitalter der Aufklärung betreten – Ein Zeitalter in dem man sich immer wieder die Frage stellt: Wenn Daten alles erklären, durch Algorithmen alles geregelt wird – wo bleibt dann der Raum für unsere Freiheit und wer schützt unsere Daten?

Die Digitalisierung und Vernetzung zeigen den Konflikt unserer Gesellschaft besonders deutlich: Einerseits treiben wir den Wandel mit voran, andererseits stehen wir ihm mit Skepsis gegenüber. So rechnen 82 Prozent der Bundesbürger damit, dass Technik künftig noch viel stärker ihren Alltag dominieren wird. Doch nur vier Prozent wünschen sich mehr Technik im Alltag. 61 Prozent der Befragten haben ihre persönlichen Daten an ein oder mehrere Bonusprogramme oder Kundenkarten gegeben. Zugleich haben 77 Prozent die Sorge, dass mit dem Internet das eigene Leben immer stärker überwacht wird.

Aber selbst Abstinenz bei Facebook, Twitter und Co sind kein Garant für Kontrolle über die eigenen Daten, da diese mittlerweile an viel mehr Stellen erhoben und gesammelt werden, als nur dem Internet.

Käufer zu orten ist mit RFID-Chips in Kleidung kein Problem

So gibt es inzwischen beispielsweise Kleidung, die theoretisch das Verhalten ihres Besitzers auswerten könnte – möglich ist dies mittels RFID. RFID steht für Radio Frequency Identification und heißt übersetzt „Objektidentifikation mit Hilfe von Funkwellen“. So genannte RFiD-Chips sind heute in vielen Textilien eingenäht. Eingeführt wurden diese Sender-Empfänger-Systeme zum berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren, um die Logistik zu verbessern. Damit ist es jedoch ebenso möglich Bewegungen von Kunden in Ladengeschäften und auch über die Geschäfte hinaus zu erfassen und auszuwerten. So verkauft Adidas zum Beispiel Trikots der deutschen Fußballnationalmannschaft. Direkt darauf hingewiesen, dass sich ein RFID-Chip in dem Etikett befindet, wird der Käufer aber nicht. Laut Adidas werden diese RFID-Chips in Etiketten jedoch lediglich zur Optimierung der Logistik genutzt. Über die Ausweitung des RFID-Projekts auf das weltweite Netzwerk der Sportmarke wird bereits nachgedacht.

Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes durch Digitalisierung

Mit der Angst vor Digitalisierung geht auch die Angst um Arbeitsplätze durch diese einher. So haben zahlreiche Deutsche Angst, dass die Digitalisierung ihre Arbeitskraft und ihren Job überflüssig macht. Dabei schafft der technische Fortschritt schon immer mehr Jobs, als er zerstört.

Digitale Amnesie schreitet durch Digitalisierung zunehmend voran

Durch die zunehmende Digitalisierung wächst auch die Angst vor „digitaler Amnesie“. Aktuelle Studien beweisen, dass die permanente Verfügbarkeit des Internets mittels Smartphones und Tablets erheblichen Einfluss auf das Erinnerungsvermögen hat. Laut dieser Studien können sich beispielsweise mehr Menschen an Telefonnummern aus ihrer Kindheit und Jugend erinnern als an die aktuellen Nummern der eigenen Angehörigen. Menschen neigen mit den heutigen Devices und Möglichkeiten schneller dazu, Daten, die auf einem digitalen Gerät gespeichert sind, zu vergessen. Die Folge ist eine zunehmende Abhängigkeit von Technologie und Web hinsichtlich des Erinnerungsvermögens.

Fakt ist: Das Internet wirkt im Berufs-und Privatleben als enormer Beschleuniger. Die Grenze zwischen Arbeits-und Privatleben verschwimmt. In Zukunft werden wir mit den allgegenwärtigen Daten unser Leben überwachen und steuern in eine personalisierte, auf uns zugeschnittene Welt. Die Angst vor Überwachung spiegelt im Grunde auch die Angst vor der neuen Verantwortung und Freiheit wider.

Nichts desto trotz sollte die Digitalisierung als Chance in allen Bereichen begriffen und verstanden werden.

 

Claudia Hoffmann

Claudia befasst sich als Analystin täglich mit riesigen Datenmengen und interessiert sich zudem für die Veränderungen in der digitalen Branche. Auch darüber werdet ihr im Blog lesen können.

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