Täglich konsumieren wir mit unserem Smartphone unzählige Informationen. Mit Augmented Reality öffnen sich neue Möglichkeiten zur Darstellung von digitalen Inhalten. Welches Potenzial solche Anwendungen heute haben, unser Leben angenehm, sicher und komfortabel zu gestalten, lest ihr hier.

Was ist Augmented Reality?

Augmented Reality, kurz AR, bezeichnet die Erweiterung der wahrgenommenen Wirklichkeit um digitale Zusatzinformationen. Der Begriff der Augmented Reality klingt neumodisch, doch die Erweiterung der Realität begleitet den modernen Menschen schon länger. Die automatischen Durchsagen der nächsten Haltestelle in der Straßenbahn sind bereits Augmented Reality. Die Zusatzinformation erweitert die wahrgenommene Realität um ein neues Level.

Mit der raschen Verbreitung von leistungsstarken Smartphones mit mobilen Internetverbindungen haben erweiterte und virtuelle Welten einen Aufschwung erhalten. AR bedeutet heute vor allem die Erweiterung der Wirklichkeit um digitale visuelle Elemente. Die AR-Technologie zielt darauf ab, den Nutzern zusätzliche Angaben und Inhalte zur tatsächlich in Echtzeit wahrgenommenen Wirklichkeit zu liefern. Deshalb wird die erweiterte Realität oft auch als Mixed Reality bezeichnet.

AR steht heute oft in Abgrenzung zum Konzept der Virtual Reality, auch VR genannt. Virtual Reality beschreibt die optisch-auditive Wahrnehmung kompletter virtueller Welten.

Welche Technologie ermöglicht Augmented Reality?

Jedes Augmented-Reality-System ist auf entsprechende technische Grundlagen angewiesen. Für die heute typischen AR-Anwendungen sind Hardware-Komponenten wie Kameras und Sensoren unabdingbar. Das AR-System muss die Umgebung exakt abbilden können, damit dem Anwender ergänzend zur wahrgenommenen Realität logische und korrekte AR-Inhalte gezeigt werden. GPS-Sensoren zur Erfassung des Standorts sind daher genauso notwendig wie sensible Kameras mit ausreichend Tiefe für Details.

Die AR-Apps auf den Mobilgeräten oder Augmented-Reality-Brillen benötigen zudem intelligente Bildanalyseprogramme, Software zur Auswertung von Daten und letztendlich die Fähigkeit, Bilder und Videos zu bearbeiten. Eingabe- und Ausgabemöglichkeiten an den Schnittstellen zwischen realen Objekten und virtuellen Objekten ermöglichen dem Nutzer die Interaktion mit AR-Inhalten. Passenden Smartphone-Apps auf mobilen Endgeräten, Head-Up-Displays und Kopfhörer sind bereits auf dem Markt erhältlich.

Die wichtigste Voraussetzung für Virtual Reality und AR-Funktionen ist schnelles mobiles Internet. Das 5G Netz bietet die Rahmenbedingungen, damit Daten zwischen Smartphones, Anlagen, Maschinen und Computern zukünftig deutlich schneller übertragen werden, als das bisher der Fall war. Denn für die Darstellung einer erweiterten Realität werden Unmengen von Daten in Echtzeit verarbeitet. Dadurch erfahren auch die rechenintensiven Prozesse von AR-Software eine Beschleunigung. Mit 5G besteht die Möglichkeit, dass die Weiterentwicklung von Augmented Reality einen positiven Schub erfährt und sehr wahrscheinlich noch stärker Einzug in unseren Alltag hält.

AR-Technik in mobilen Endgeräten

Eines der bekanntesten AR-Systeme der letzten Jahre ist Google Glass. Das AR-System setzt der Nutzer als Brille auf und kann direkt in seinem Sichtfeld gewünschte Informationen einblenden. Das können zum Beispiel einfache Benachrichtigungen über den Eingang von E-Mails oder Social Media Notifications sein. Wesentlich interessanter sind bei einer AR-Brille die Möglichkeit der Überlagerung des realen Sichtfeldes mit virtuellen Hinweisen. So kann das AR-System beim Gang durch die Innenstadt eine Wegbeschreibung zur nächsten Station der U-Bahn virtuell in Echtzeit einblenden. Virtuelle Elemente sind als ergänzende Angabe im Sichtfeld darstellbar. Sie weisen den Träger des Wearables etwa darauf hin, welche Geschäfte sich in der Umgebung befinden.

Gesellschaftlich und in der breiten Öffentlichkeit hat sich Googles Augmented-Reality-Brille seit Einführung nicht durchsetzen können. In der Industrie erfreut sie sich aber wachsender Beliebtheit. Viele Ingenieure tragen die AR-Brille während der Arbeit, um sich Informationen und dreidimensionale Modelle von Bauteilen und Bauzeichnungen anzeigen zu lassen. Auch bei der Wartung von Maschinen und Anlagen spielen Google Glass und andere AR-Displays eine große Rolle.

Augmented-Reality-Anwendungen bieten echten Mehrwert

Der Sinn von Augmented Reality ist nicht, den Nutzer mit Infos zu überschütten. Die Aufnahmefähigkeiten des Menschen sind limitiert und ein Überschuss an digitalen Inhalten sorgt eher für Verwirrung. AR-Programme sind meist so konzipiert, dass sie Nutzern ausgewählte Zusatzinformationen liefern. Bei den Live-Übertragungen von Spielen im American Football erhalten die Zuschauer vor dem Bildschirm mit Augmented Reality beispielsweise zusätzliche Angaben in Echtzeit. Bei jedem Spielzug werden virtuelle Linien über das reale Fernsehbild gelegt. Sie zeigen an, bis wohin das angreifende Team für einen neuen Spielzug vordringen muss. Bei Fußballübertragungen zeigt eine grafische Einblendung bei Freistößen die Entfernung des Balls bis zum Tor oder viel diskutierte Abseitsstellungen an. Diese Markierungen sind nicht einfach digitale, vorprogrammierte Einblendungen. Stattdessen werden sie tatsächlich in Echtzeit von komplexen Algorithmen mithilfe von Sensoren und Kameras berechnet.

Augmented Reality kann auch über die auditive Erweiterung der Realität umgesetzt werden. Besucher eines Museums nutzen beispielsweise Kopfhörer, um sich vor den jeweiligen Exponaten automatisch eine Audio-Aufnahme abspielen zu lassen. Durch Sensoren wird der Standort des Betrachters ermittelt und dem verknüpften AR-System mitgeteilt. Dadurch erhält er zusätzliche Informationen und erweitert in dem Moment seine Wirklichkeit.

Doch nicht immer muss Augmented Reality einen informativen Mehrwert oder wirtschaftlichen Nutzen erfüllen. Einige AR-Anwendungen dienen allein der Unterhaltung. Das AR-Game Pokémon Go ist eine App für Android und iOS-Systeme. Damit geht der Nutzer in der realen Welt auf die Jagd, um beliebte Fantasy-Tiere einzufangen. Die App lokalisiert in Echtzeit den Standort des Spielers und positioniert ihn auf einer virtuellen Karte in der tatsächlichen Umgebung. Dort zeigt die App in der Nähe die verfügbaren Fabelwesen an. Pokémon Go verbindet die echte Welt des Spielers mit virtuellen Elementen und Erweiterungen aus der fiktiven Spielwelt. Das mobile Game erschafft im klassischen Sinn eine Mixed Reality. Der interaktive Charakter von AR-Anwendungen kommt bei solchen Unterhaltungsprodukten besonders zum Vorschein.

Robert Pohl

Robert bestreitet als Content Manager den digitalen Mehrkampf mit großer Leidenschaft und bringt seine vielfältigen Erfahrungen in verschiedenen Bereichen wie Redaktion, SEO und Relevanzoptimierung ein.

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